Hobel


Hobel
1. Man muss dem Hobel nicht zu viel Eisen geben.Simrock, 4784; Braun, I, 1404.
Die Arbeit wird sonst zu grob.
2. Man muss seinen Hobel nicht mit Gold einfassen, man kann ihn sonst nicht mehr zum Hobeln brauchen.
3. Was unter den Hobel kommt, muss Späne lassen.Sprichwörtergarten, 431.
Man soll sich hüten, sich in den Mund der Schwätzer, Zungendrescher und Verleumder zu bringen.
4. Wer den Hobel pflegt, den pflegt der Hobel.
Wer seinen Beruf in Ehren hält, den wird er wieder in Ehren halten.
*5. Blas mir den Hobel aus. (S. Bohrspan und ⇨ Ellenbogen 6.) – Allerlei (Bunzlau 1797), 894; Eiselein, 310; Braun, I, 1403; für Tirol: Schöpf, 268; für die Pfalz: Klein, I, 198.
Die Redensart ist von Tischlern und verwandten Holzarbeitern entlehnt, die durch Ausblasen den Hobel reinigen. In der Schweiz: Du chast mer chô de Hobel gen' usblosa. (Tobler, 269.)
In Steiermark: Er kann m'r 'n Hob'l ausbloasen. Verhüllender Ausdruck für das, was Götz von Berlichingen dem Herold an den Executionscommandanten zu entrichten aufgibt. Peter (I, 447) führt für denselben Gedanken aus Oesterreichisch-Schlesien folgende Redensarten an: Femfan, doass em säxe Fai'rôw 'dis. Dänka wi Goldschmids Jonge. Zur Kerm's kumma. Sich schîn maches hässe.
*6. Dem Hobel zu viel Eisen geben.Eiselen, 313; Körte, 2881.
Dann macht er zu grosse Späne; eine Sache rauh behandeln.
*7. Einer den Hobel machen. (Nürtingen.)
*8. Er hat den Hobel im Kopf. (Nürtingen.)
Ist närrisch, wie nach dem Volksglauben die meisten Tischler.
*9. Er kommt unter den Hobel.
Verliert durch leichtsinniges oder verkehrtes Verfahren sein Vermögen und geräth in Armuth oder Unglück.

Deutsches Sprichwörter-Lexikon . 2015.

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  • Hobel [1] — Hobel, Werkzeug zum Formen und Glätten ebener oder gekrümmter Flächen durch Abnahme von Spänen (Hobeln), wird auf Holz, Metall etc. angewendet. Der H. besteht (Fig. 1) aus dem Hobelkasten k mit dem Griff r und dem Hobeleisen m. Ersterer ist ein… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hobel — Hobel, 1) Werkzeug, womit die Oberfläche des Holzes geebenet u. derselben verschiedene Gestalt gegeben wird. Es besteht aus einem viereckigen länglichen Stück hartem Holz (Hobelgehäuse, Hobelkasten), dessen beide lange Seiten die Backen, die… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hobel [2] — Hobel, Köpfmaschine, s. Guillotine …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Hobel — Hobel, s. Hobeln …   Lexikon der gesamten Technik

  • Hobel — Hobel, Werkzeug zum Glätten von Holzoberflächen, oft auch zur Ausarbeitung des Holzes nach eigentümlichen Formen, besteht aus dem Hobeleisen (scharf geschliffene Stahlklinge) und dem Hobelkasten, dessen untere Fläche (Hobelsohle) zur sichern… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hobel — Hobel, bekanntes Werkzeug der Tischler und Metallarbeiter, zum Ebnen und Zurichten des Materials bestimmt, deßwegen von verschiedener Größe u. Form, auch zur H.maschine ausgebildet. H. pflug, Schälpflug, Ackerwerkzeug von engl. Erfindung, um… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hobel — Handhobel Seitenansicht eines Handhobels (Hobelkasten Rotbuche, Hobelsohle Weißbuche) …   Deutsch Wikipedia

  • Hobel — Jemandem den Hobel ausblasen (blasen): ihn derb, rücksichtslos behandeln. Dazu: ›Du kannst mir den Hobel ausblasen‹, ›Du kannst mir am Hobel blasen‹, ›Blas mir den Hobel aus‹, was alles eine derbe Abfertigung bedeutet. Dabei werden die… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • Höbel — Wolfgang Höbel (* 1962 in Kaufbeuren, Deutschland), ist ein deutscher Journalist, Redakteur, Musik und Theaterkritiker. Leben Höbel studierte Politik, Kommunikationswissenschaft und Neue Deutsche Literatur in München und diplomierte im Fach… …   Deutsch Wikipedia

  • Hobel — Ho|bel [ ho:bl̩], der; s, : Tischlerwerkzeug mit einer Stahlklinge, das benutzt wird, um die raue Oberfläche zu glätten oder Unebenheiten des Holzes zu beseitigen: das Brett mit einem Hobel glätten. * * * Ho|bel 〈m. 5〉 1. spanabhebendes Werkzeug… …   Universal-Lexikon